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"Du hattest es besser als ich", 2 Brüder im 20. Jahrhundert / Frank Nonnenmacher 19,80 EUR
incl. 7 % UST zzgl.
Art.Nr.: 78-3-88864-528-0
Artikeldatenblatt drucken

2. Auflage 2015, mit einer Widmung von Konstantin Wecker

Die beiden Brüder Gustav und Ernst Nonnenmacher, beide zu Beginn des 20. Jahrhunderts geboren, erleben den 1. Weltkrieg, die Weimarer Republik, die Hitler-Diktatur, den 2. Weltkrieg sowie das Deutschland der Nachkriegszeit auf sehr unterschiedliche Weise. Während Gustav im Waisenhaus aufwächst, eine Lehre zum Holzbildhauer macht, im 2. Weltkrieg als JU52-Pilot eingesetzt und nach dem Krieg als Bildhauer tätig wird, wächst Ernst bei seiner Mutter auf, wird zum Kleinkriminellen und lebt in Notgemeinschaft mit einer Prostituierten. Konstantin Wecker schreibt über ihn: "Ich habe Ernst vor 25 Jahren im Mainzer Unterhaus als Menschen kennengelernt, der als Asozialer und Wehrunwürdiger ins KZ gesteckt wurde. Die Würde sollte ihm genommen werden, aber er ist ein aufrechter Antifaschist geblieben. Das Lied vom Sturmbannführer Meier habe ich ihm gewidmet."

Gustav Nonnenmacher, geb. 1914 in Stuttgart, wird von der Mutter der staatlichen Fürsorge überlassen. Er kommt erst zu Kosteltern, dann ins Waisenhaus. Dort soll ihm als Jahrgangsbestem mit Stiftungsgeldern ein Studium ermöglicht werden. Aber die Inflation vernichtet das Stiftungskapital. Er macht in Holzgerlingen eine Lehre zum Holzbildhauer und erfährt erst mit achtzehn Jahren, dass er Mutter und Bruder hat. Es gibt nur einen flüchtigen Kontakt. Im Faschismus muss Gustav Ju52-Pilot werden, überlebt mehrere Abstürze und wird dann Blindfluglehrer in den Alpen. Nach dem Krieg will er nie mehr fliegen. Er gründet eine Familie und arbeitet als Bildhauer und freischaffender Künstler bis zum Ende des Jahrhunderts in Worms am Rhein. Seine pazifistische Haltung bestimmt den Charakter seiner Werke im öffentlichen Raum.

Ernst Nonnenmacher, geb. 1908 in Stuttgart; verbringt seine Kindheit in großer Armut mit der Mutter; lebt in der Weimarer Republik als Kleinkrimineller und in Notgemeinschaft mit einer Prostituierten. Er taucht im Faschismus ab, wird verhaftet und nach Verbüßung einer Gefängnisstrafe von der GeStaPo 1941 als "Asozialer und Wehrunwürdiger" vier Jahre lang in die KZ Flossenbürg und Sachsenhausen verbracht. Er ist "zur Vernichtung durch Arbeit" in einem Steinbruch vorgesehen, wird dann zum Flechten von Geschosskörben verpflichtet. Nach dem Krieg wird ihm die Anerkennung als Opfer des Faschismus verweigert, weil er keinen roten, sondern den grünen Winkel trug. Er verschweigt jahrelang seine KZ-Zeit, wird Asphaltarbeiter, RAF-Sympathisant und inspiriert Konstantin Wecker zu einem Lied.

Öfter war es Gustav, der von früher sprach: "Ich hatte eine völlig verkorkste Kindheit. Wenn ich damals, zum Ende des ersten Weltkrieges, als die große Hungersnot war, verreckt wäre, hätte sich niemand darum geschert, das ist mal sicher. Ich hatte niemanden, der sich um mich Sorgen gemacht hätte. Du hattest es besser als ich."

"Na, besser war ich damals auch nicht dran", entgegnete Ernst. "Wir wussten oft am Abend nicht, ob es am nächsten Tag etwas zu essen geben würde. Ich habe mehr als einmal klauen müssen, damit Mutter und ich uns über Wasser halten konnten. Wie oft sind wir von einer schäbigen Bude in die nächste noch schäbigere gezogen, weil Mutter die Miete nicht mehr zahlen konnte. Du hattest es doch gut. Du hattest im Waisenhaus jeden Tag zu essen, ein sauberes Bett und eine Schulbildung. Du hattest keine finanziellen Sorgen, weil man für dich gesorgt hat. Du hattest es besser als ich."

"Das mag ja sein", entgegnete Gustav dann, scheinbar einlenkend, "aber du hattest jemanden. Du warst nicht allein. Du hattest die Mutter!"

Der Autor, Frank Nonnenmacher, geb. 1944, Professor für Politische Bildung an der Universität Frankfurt am Main, legt hier eine biografisch-historisch-politische Erzählung vor. Er hat über 40 Jahre hinweg sowohl mit seinem Vater (Gustav) als auch mit seinem Onkel (Ernst) ausführliche narrative Interviews geführt. Er recherchierte und überprüfte empirisch ihre Aussagen durch Einblicke in die Archive der Konzentrationslager, Gerichtsakten, Dokumente von Jugendämtern, Flugbücher, Briefe und Befragungen weiterer Zeitzeugen.

Kapitelweise die Perspektive wechselnd werden die beiden Lebensgeschichten mit Blick auf das Zeitgeschehen erzählt

ISBN: 978-3-88864-528-0 • 2014 • 352 Seiten • Pressestimmen


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