Herausgegeben von Prof. Dr. med. Peter F. Matthiessen Lehrstuhl für Medizintheorie und Komplementärmedizin an der Universität Witten-Herdecke
Die Medizin ist gegenwärtig durch ein weitgehend unvermitteltes und eher willkürlich erscheinendes Nebeneinander unterschiedlicher Denkstile und Praxisansätze gekennzeichnet. Es fehlt weitgehend an einem Dialog zwischen den Vertretern der verschiedenen medizinischen Richtungen, nicht zuletzt, weil die Voraussetzungen für einen fruchtbaren interparadigmatischen Gesichtspunktaustausch bislang nicht hinreichend erarbeitet sind. Die Reihe „Perspektiven …“ will dazu beitragen, den derzeit intransparenten medizinischen Pluralismus und die Dichotomie zwischen „Schulmedizin“ und „Komplementärmedizin“ zugunsten einer rational begründbaren Pluralität unterschiedlicher, aber sich gegenseitig ergänzender Gesichtspunkte innerhalb der Medizin als einem sinnvollen Ganzen zu überwinden. Sie versteht sich als Forum für einen kritischen, aber unvoreingenommenen Dialog zwischen den Vertretern unterschiedlicher, auch „out of the mainstream“ angesiedelter Wissenschaftskonzepte und (Be-)Handlungsansätze in der Medizin und im Gesundheitswesen. Die einzelnen Veröffentlichungen sollen Bausteine sein für die Erarbeitung einer „Integrativen Medizin“. Zu Wort kommen sollen dabei insbesondere Darstellungen, die einer Offenlegung der ethischen und praktischen Konsequenzen unterschiedlicher Theorieansätze gewidmet sind.
In der Reihe werden sowohl Tagungsbände – u.a. die Ergebnisse der „Celler Gespräche – Heilen im Dialog“– als auch originelle wissenschaftliche Arbeiten und praxisbezogene Leitfäden veröffentlicht. Adressaten sind neben praktisch tätigen und wissenschaftlich interessierten Ärzten und Therapeuten alle im Gesundheitswesen tätigen Professionen sowie nicht zuletzt Patienten und der an einer medizinischen Gesichtspunktvervielfältigung interessierte Bürger.
Das Interesse an dem Thema „Gehirn und Willensfreiheit“ ist heute einzigartig. Die Frage, ob die Hirnfunktion Willensfreiheit zulässt oder nicht, wird derzeit in neurophysiologischen und medizinischen, in juristischen und anderen geisteswissenschaftlichen Fachkreisen intensiv diskutiert.